· 

Benjamin Keck "SONNENSCHATTEN Die Chroniken von Ereos" 3,5 / 5 Sternen

 

Copyright by Benjamin Keck (3. Auflage 2017)

 

367 Seiten

 

 

Der Auftakt des Buches beginnt sofort rasant. Keck stößt den Leser in einen Strudel voller Fragen, aus dem man so schnell nicht wieder heraus kommt. 2 kleine Kinder müssen aus ihrem Elternhaus fliehen. Vater und Mutter haben keine Zeit ihnen zu erklären warum. Blitze erhellen ihre kleine Hütte im Wald. Kein Donner ist zu hören. Die Eltern handeln schnell, da sie die Gefahr kennen. Ihre Kinder müssen durch eine Geheimtür fliehen. Mit einem Märchenbuch, einer Schatulle und einem Bogen werden sie fort geschickt. Sie rennen hinaus in die Nacht und um ihr Leben.

 

Ein Junge, Neun genannt, wird im fernen To, mit anderen Kindern, zu einem eiskalten Assassine ausgebildet. Brutal, skrupellos und kaltblütig geht es dort zu. Tägliche Opfer werden gefordert. Harte Bewährungsproben und Exempels werden statuiert und jeder Krieger bekommt seinen eigenen Dolch, den er durch Blut an sich binden muss. Eine harte Welt im Untergrund, dem die Jugendlichen folge zu leisten haben. Ohne jegliche Moral und Schuldgefühle töten sie um zu überleben.

 

An einem anderen Teil des Landes, finden Evva und Delon  ihren Freund Agnon eines Tages versteinert und verwachsen mit einer geheimnisvollen Holzbank. Diese, völlig verwildert und nicht zerstörbar, scheint aus dem Nichts aufgetaucht zu sein. Auch an anderen Orten lässt sich dieses Phänomen feststellen. Woher kommen sie und was hat es mit ihnen auf sich? Evva und Delon suchen nach einer Lösung. Die Freunde müssen vielen Gefahren trotzen und erhalten unerwartet Hilfe eines Fremden. Doch ist er ihnen wohl gesonnen oder gar ein Feind?

 

Man begegnet immer wieder neuen Protagonisten, verschiedenen Handlungsorten und unerwarteten Wendungen. Was mich sehr beindruckt hat ist das ausgeklügelte System der Geschichte um die ERSTEN SCHATTEN, auch die NEUN genannt. Diener der Schatten, bilden in den neun Stätten, die neun Ränge ihrer Bruderschaft aus. Jede Kaste trägt ein für ihre Ausbildung vorgeschriebenes Merkmal. Diener, Kämpfer, Händler, Sucher, Bewahrer, Spione, Assassine, der achte Rang ist unbekannt und der neunte Rang ist den  SCHATTEN selbst vorbehalten. Man erfährt wie die ERSTEN SCHATTEN zu dem wurden, was sie heute sind.

 

Die Geschichte hat unfassbar großes Potential das nicht immer ganz ausgenutzt wird. Oft Handeln mir verschiedene Charaktere zu schnell, zu unbedacht. Es wird wenig hinterfragt, einfach gemacht. Da fehlt mir die Detailverliebtheit zu Gefühlen und Emotionen, was eine perfekte Fantasy Geschichte ausmacht.

Auch erscheinen manche Gefühlregungen unpassend. In gefährlichen, fast ausweglosen Situationen wird gelacht oder ein Scherz gemacht. Das nimmt einem guten Handlungsverlauf sehr schnell die Dramaturgie.  

Als Leser türmen sich auch im Laufe des Buches immer mehr Fragen auf. Einige werden gelöst, aber genauso viele tauchen an andere Stelle wieder auf. Weniger ist manchmal mehr ;-)

Kleinere Fehler im Satzbau oder der Zeitform sind kaum der Rede wert. Dennoch sollte in Teil 2 besser darauf geachtet werden.

 

Trotz allem hat Benjamin Keck ein tolles Werk geschaffen. Ein starkes Konzept das Ausbaufähig ist. Man könnte eine kleine Verbindung zu HdR finden, wenn man aufmerksam ließt :) Auch der "nette" Geselle namens Epheo hat mich stark an Aragorn erinnert.

 

Dadurch das das Buch sehr brutal und blutig ist, sollte es nicht von zu jungen Lesern in die Hände genommen werden.

Gebt dem Werk eine Chance. Eine Leseempfehlung kann ich für dieses Erstlingswerk auf jeden Fall aussprechen. Ein rasanter Fantasy Ritt durch düstere Lande!

 

Danke für das Lesen meiner Empfehlung.

 

Eure Verena

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0